die leiden des jungen peter (zwischengedanken)

herzlich willkommen zum ende der guten alten zeit.

gestern abend lief hier nebenbei der esc und zunächst einmal alles wie immer: nahezu jeder beitrag klingt wie die schlechte coverversion eines einstmals erfolgreichen, aber schwer in die jahre gekommenen songs, den längst niemand mehr hören möchte.

nach viel kindergeburtstag folgt dann das votum irgendwelcher ominöser „jurys“, die ihre „expertenmeinung“ in form von eins bis zwölf punkten – oder wie im deutschen fall zumeist gar keinen – pro song postulierten.

so weit, so langweilig. dann das absolute highlight des abends: das votum der zuschauer, bzw. die grossartige reaktion von peter urban auf selbiges.

als der selbst für esc-verhältnisse ziemlich mittelgute deutsche beitrag vom publikum mit hochverdienten null (in worten null, in zahlen auch) punkten bedacht wurde, konnte man förmlich hören, wie dem guten herr urban, der den schmutz bis zum ende tapfer als „grossartige performance“ bezeichnete, vor entgeisterung die kinnlade auf den tisch krachte.

ebenfalls grandios unterhaltsam war sein grenzenloses unverständnis darüber, dass die millionen zuschauer, die vor den fernsehgeräten ihrerseits auch abgestimmt hatten, keine dieser ollen kamellen mehr hören wollten, die „in der guten alten zeit“ quasi das aushängeschild dieser veranstaltung waren.

danke, herr urban, vielen dank. allein für ihre weigerung, das offensichtliche bis zum bitteren ende weder sehen noch hören zu wollen, ihre aufrichtige fassungslosigkeit, in die sich langsam aber sicher zunehmend verzweiflung und gegen ende auch eine prise resignation mischte, hat sich der quatsch mehr als gelohnt.

ich freue mich schon sehr auf ausgabe zweiundszwanzig und möchte einem der grossen denker unserer zeit das schlusswort überlassen:

 

so isses.