zwischengedanken: mehr vom gleichen

rammstein liefern mit ihrem ersten neuen video seit gefühlten vierhundert jahren ein paradebeispiel dafür, wie man auch in einer so komplett reiz-überfluteten medienwelt wie der unseren mit wenigen sekunden film einen hype generiert, der ein produkt extrem interessant macht, obwohl es noch niemand gesehen – geschweige denn gehört – hat.

da ist er also, der neue song von rammstein. deutschland. wenn man die aufregung und das geblubber der vielen rammstein-öchsperten, die plötzlich aus allen löchern vor die mikrofone kriechen, weg lässt, ist der song bei licht gehört eben doch nur wieder mehr vom gleichen.

das video selbst ist ein handwerklich sehr gut gemachter hochglanz-kurzfilm, während die musik für meine begriffe einmal mehr hinter dem zurückbleibt, was rammstein zu beginn ihrer phänomenalen karriere abgeliefert haben – die melodie des refrains hatte ich bereits nach wenigen minuten wieder vergessen.
und der text … naja, der klingt eben so, als ob er von till lindemann geschrieben worden wäre.

so ändert sich für mich nichts: alles, was die band nach der herzeleid veröffentlich hat, werde ich wie bisher im regal stehen lassen.

aber: so viel aufregung um ein musikvideo gab es vermutlich seit falcos jeanny nicht mehr – 5 millionen klicks auf youtube nach gerade mal 12 stunden. dafür respekt – viel besser kann man das vermutlich nicht machen.
very well done.

zwischengedanken: versäumnis zu artikel 13

mir ist angesichts dieser sehr guten infografik gerade aufgefallen, dass wir im zusammenhang mit der nun leider beschlossenen eu-urheberrechts-reform einen sehr wichtigen hinweis die ganze zeit vergessen haben.

an #niemehrcdu ändert sich natürlich nichts – wie sollte es auch. mit diesem personal ist kein blumentopf zu gewinnen und schon gar keine positiv gestaltete zukunft in sicht.

darüberhinaus muss es natürlich auch #niemehrcsu heissen – schliesslich hat nicht jeder das glück, ausserhalb bayerns leben zu dürfen. die csu ist nicht erst seit dem freidrehenden seehofer die noch niederträchtigere kleine schwester der cdu … wie konnten wir die nur vergessen?!

zwischengedanken: the oscars

wahrlich schlimmes ist mir widerfahren: ich wurde heute nacht genötigt, die oscarverleihung anzuschauen.

zunächst war ich sogar ein bisschen vorfreudig, war es doch den damen und herren von pro7 im vorfeld gelungen, halbwegs den eindruck zu erwecken, sie hätten hier eine ganz phantastische deluxe-premium-veranstaltung im programm.

wie naiv von mir.
hatten sie nicht.

ich werde demnächst fünfundvierzig jahre alt und stelle fest: eine langweiligere fernsehsendung als die oscarverleihung 2019 habe ich noch nie gesehen – was zugegebenermassen daran liegen mag, dass ich seit netflixprime fast nur noch dieses (und die samstagssportschau) freiwillig einschalte.

einzig die wenigen augenblicke mit der wundervollen melissa mccarthy und vielleicht auch das lady-gaga-duett waren unterhaltsam, alles andere war nüchtern nicht zu ertragen.

gegen diese mutwillige verschwendung von zeit und geld wirkte die vor kurzem ebenfalls ziemlich unsäglich zusammengestümperte eurovision song contest vorauswahl fast schon wie richtige fernsehunterhaltung.

chapeau pro7!
das muss man erst mal hinkriegen.

zwischengedanken: vom scheitern

ich gestehe: ich schaue relativ regelmässig das dschungelcamp im rtl – und obwohl ich abgesehen von diesem alten mann, der vor gefühlten vierhundert jahren mal die stimme von alf gewesen war, keinen der teilnehmer kenne, ist das ausgesprochen unterhaltsam.
die ekligen „prüfungen“ sind mir persönlich dabei völlig egal. wirklich sehenswert finde ich, wie die protagonisten miteinander umgehen, bzw. wie schnell eigentlich alltägliche und harmlose situationen in erbittert geführte, zickenkriegartige zustände abdriften.
eines scheint dabei all diesen gescheiterten existenzen und hemmungslosen selbstdarstellern gemein zu sein: sie sind so komplett am ende, dass sie sich freiwillig auf das ganze einlassen. obwohl sie ganz genau wissen, dass es im dschungelcamp noch nie einen sieger gegeben hat – abgesehen vom rtl.
faszinierend.

geht es ums scheitern, es fällt schwer, nicht an den brexit zu denken. das geht leider episch in die hose, ladies and gentlemen.

die deutsche bahn will wieder einmal besser werden. dabei weiss längst niemand mehr, wie das gehen könnte, viel zu gravierend ist der raubbau und die misswirtschaft der letzten zwanzig jahre.
mich würde beispielsweise wirklich interessieren, wo genau diese vielen tausend fachkräfte herkommen werden, die die bahn schnellstmöglich einzustellen gedenkt.

 

zwischengedanken: dinge von denen

ein paar dinge von denen ich nicht gedacht hätte, dass es sie noch gibt.

spd-kanzlerkandidat. will anscheinend der scholz werden. obacht, der mit o wie obstsalat, nicht der mit u wie unterbuxe. bleibt die frage, wozu diese partei sich noch die mühe macht.

huffington post deutschland. als ich damals gelesen hatte, wer bei dem projekt den herausgeber spielt, musste ich erstens spontan grinsen und verspürte zweitens ein unbändiges verlangen nach buchstabensuppe.

kostenpflichtiges hotel-wlan. diese nervtötende kackscheisse gibt es glücklicherweise nur noch in deutschland.

nokia. dreiunddreissig zehn, olé!

bravo hits. kein scherz, die gibt es wirklich noch. was man damit angesichts spotify und konsorten noch wollen können täte, ich weiss es auch nicht.

die sims. diese abgeschmackte figurensimulation mit den grünen möppeln über den köpfen. nach all den jahren. wow.

zwischengedanken: huch

gerade wird von einem massiven „hackerangriff“ berichtet, bei dem haufenweise persönliche daten und dokumente von politikern und prominenten ins netz gekippt wurden.
verständlicherweise sind die betroffenen nun empört und erschrocken, nicht wenige planen juristische schritte.
nunja. ich kann mich ja täuschen, aber ist da im grunde nicht genau das passiert, was u.a. die bundesregierung mit ihrem staatstrojaner auch gerne machen würde? nur eben bei uns allen und heimlich? oder etwa nicht?

ich frage mich, wann den euro-iv-v-vi-besitzern wohl auffällt, dass sie immer noch von wirklich jeder erdenklichen seite beschissen werden.
apropos auto: bezahlbare elektro-autos kommen in diesem jahr endlich in grossen stückzahlen – leider nicht aus deutschland.

bester tweet des neuen jahres bisher:
das beste netz ist schlechter als jedes in albanien.

gewinnwarung, oder: peak apple.

lustigerweise werden gerade die stimmen in der csu hörbar lauter, die akk gar nicht als kanzlerkandidatin haben wollen.
heee, wer hat da lügenbaron gerufen?!

zwischengedanken: kann weg

2019 enden ein paar dinge.

und es begab sich aber, dass die mitspielerin und ich im nächsten jahr gerne ein elektro-auto kaufen wöllten, woraufhin leider sehr schnell klar ward, dass die deutsche automobil-industrie die steinkohle von morgen ist.

mit dem abschied vom alten benziner gibt es dann auch endgültig keinen vernünftigen grund mehr, musik auf compact-disc zu kaufen. aus unserem alltag ist die cd im grunde schon seit jahren verschwunden, aber das alte daimler-radio baujahr 2001 konnte mit so usseligem neumodischen zeug wie bluetooth einfach nichts anfangen.

flickr wird kostenpflichtig und hat sich damit für mich mangels nutzen endgültig erledigt. google schliesst seinen einst als facebook-killer gestarteten dienst google plus, was mich ebenfalls nicht so richtig betrifft. was ich mit meinem account beim hass-troll-netzwerk facebook machen werde, weiss ich noch nicht. einerseits ist es als link schleuder sehr komfortabel, andererseits werden die bild-formate beim posten aus wordpress extrem so verhackstückt, dass die fotos teils erheblich leiden.

mit soup.io bin ich wegen der mangelhaften erreichbarkeit nie so richtig warm geworden, weswegen ich dem dienst anfang januar endgültig den rücken kehren werde. selbiges gilt für tumblr, dessen technik zwar sehr gut funktioniert, dessen neue richtlinien ich aber für unausgegorenen quatsch halte … und schliesslich, ob meine accounts auf expoten-plattformen wie minds, ello oder auch app.net überhaupt noch aktiv sind, weiss ich ehrlich gesagt gar nicht.

desweiteren hoffe ich inständig, dass 2019 endlich eine passiv gekühlte grafikkarte auf den markt kommt, die schnell genug für 4k-gaming ist. mit meiner lautlosen 1050ti bin ich abgesehen davon sehr zufrieden.

schaumer mal. et kütt wie et kütt.

zwischengedanken: 2018 – ein rückblick

2018 ist vorbei und wir leben noch.
trotz seehofer, afd, brexit, fussball-wm, verschlafenem breitband-ausbau, verkackter energiewende, nicht existentem klimaschutz, zerbröseltem bildungssystem, verschlepptem diesel-skandal, fehlenden elektroautos und sich auflösender sozialdemokratie.

traditionell folgt nach dem klagen über die unfähigkeit der politischen kaste und der menschenverachtenden gier der neoliberalalas an dieser stelle der hinweis, dass ich wie schon in den letzten fünf jahren auch 2018 keine lust hatte, mich für ein kleines vermögen mit einer dieser beschissenen 3d-brillen in einen kinosaal zu setzen.
über das alle jahre wieder noch schlimmere fernseh-programm kann ich glücklicherweise nicht viel sagen, abgesehen von der samstags-sportschau und ein bisschen fussball-wm haben wir kaum noch etwas im klassischen linearen fernsehen angeschaut.
lobend erwähnen muss man an dieser stelle, dass allen voran die öffentlich-rechtlichen sender endlich verstanden haben, dass den mediatheken die zukunft gehört. die des zdf ist wirklich gar nicht übel.

bevor wir nun also endlich zu den wertungsfrei alphabetisch sortierten positiv aufgefallenen personen und dingen des jahres 2018 kommen, noch schnell ein dickes dankeschön an die vielen (!) besucher. wenn das so weiter geht, knacken wir nächstes jahr vielleicht sogar die million – jetzt nicht nachlassen, damenundherren, dranbleiben.

jetzt aber, geht los.  „zwischengedanken: 2018 – ein rückblick“ weiterlesen

zwischengedanken: (immer) noch (nicht)

kaum angefangen ist 2018 auch schon fast wieder vorbei – und es ist wirklich ne menge passiert, bzw. eben nicht. jetzt jedoch kommt nicht etwa der alljährliche hochheilige framerate-jahresrückblick mit all den schönen sachen, die wir im ausklingenden jahr richtig gut und gelungen gefunden haben. eher so das gegenteil.

es gibt immer noch kein elektroauto, das ich kaufen wollen würde.
dieselautos sind immer noch nicht verboten. suvs auch nicht.
merkel ist noch kanzlerin. seehofer ist immer noch innenminister.
die politik kriegt den klima-wandel nicht gewuppt.
die politik kriegt den breitbandausbau nicht gebacken.
die briten verkacken auf ziemlich epische art und weise.

ginge noch lange so weiter.
reicht aber.
zu deprimierend.