hachja, das wars auch schon.
ganz unverhofft sind gerade - nach gerade mal knapp zwölf stunden spielzeit - die credits über meinen schirm geflimmert. das finde ich einserseits sehr schade, gerne hätte ich mich noch ein paar stunden länger durchs ödland geballert. andererseits ist derlei enttäuschung ein gutes zeichen: das spiel hat wirklich spass gemacht. der insgesamt positive gesamteindruck entstand dabei v.a. durch die hervorragend inszenierten gefechte, die wunderschöne grafik, die tolle soundkulisse, das gut gemachte interface und die id-typisch hervorragende steuerung. wenn man in den engen levels aus der deckung heraus die relativ clever agierenden gegner beharkt, dann wirkt das spiel wie aus einem guss. viel besser kann man einen shooter eigentlich nicht machen.
wären da nur nicht diese unmengen an potential, die dem spiel innewohnen und die an allen ecken und enden ganz kurz aufblitzen, nur um dann sofort wieder auf nimmer wiedersehen zu verschwinden.
zum einen sind die levels selbst für id-verhältnisse seeeehr schlauchförmig und linear ausgefallen. obwohl man endlich mal eine engine zur verfügung hat, die auch mit grossen aussenarealen sehr gut zurecht kommen würde, ist die bewegungsfreiheit in den den beiden städten und den instanzierten baller-schauplätzen ziemlich eingeschränkt. es gibt stets genau einen einzigen weg, um von a nach b zu kommen.
noch tragischer finde ich allerdings, wie wenig man aus der hintergrund-geschichte gemacht hat. da gibts eine böse regierung, die irgendwelches ungemach mit mutanten ausheckt und einen widerstand, der die regierung davon abhalten will. das wenige, das man darüber erfährt, wird stets in kurzen, vage gehaltenen häppchen serviert. die eigene spielfigur nimmt dabei die rolle eines auserwählten ein, der die regierung im alleingang aufhalten muss. dann gehts schon wieder zum nächsten durchgestylten gemetzel. weitergehende erklärungen oder gar die möglichkeit, eigene entscheidungen zu treffen, sucht man vergebens. wenn man bedenkt, dass bethesda und id software mittlerweile zu ein und der selben firma gehören - mein gott, was wäre da erzählerisch möglich gewesen ...
wie dem auch sei, rage ist insgesamt ein toller ego-shooter. leider nicht mehr, aber auch ganz bestimmt nicht weniger ... vielleicht hat ja jemand erbarmen und bastelt eine fallout 3 total conversion für rage ;)
