die komplett überflüssige medienkritik #01: teddy gönnt dir

herzlich willkommen zur neuesten, aus allgemeiner corona-langeweile geborenen rubrik auf framerate.
in der komplett überflüssigen medienkritik werden wir uns fürderhin mit allerlei fernsehsendungen, podcasts, serien, comics, und allem, was sonst noch zur gepflegten zeitverschwendung taugt, auseinandersetzen.
spätestens am ende jeder ausgabe wird eine völlig subjektive, mal über-schwänglich positive, mal absurd schlimm ungerechte kritik oder auch nicht stehen. you get it.

beginnen möchte ich den reigen mit der gameshow teddy gönnt dir, die am donnerstag abend (03.12.) um 20.15 uhr auf pro7 gelaufen ist.

pro7 sagt:

Der lustigste Wettkämpfer im deutschen TV bekommt eine eigene Show auf ProSieben: die Wettkampfshow „Teddy gönnt dir!“. In der neuen ProSieben-Show können die Kandidaten quasi nicht verlieren. Denn sie haben einen Gegner, der fast alles kann – aber auch gerne gönnt. Teddy Teclebrhan, der wie kein anderer in der Tradition von Eddie The Eagle oder Tasmania Berlin voller Spaß zu jedem Wettbewerb antritt – aber auch gerne mal Fünfe gerade sein lässt.

ich sage: erstaunlicherweise ist das ziemlich nah dran.

das wirken von tedros (teddy) teclebrhan ist mir zwar schon das ein oder andere mal vage begegnet, aber der mann war mir bisher nicht wirklich ein begriff. so habe ich beispielsweise keines seiner ziemlich erfolgreichen youtube-videos gesehen – dafür war ich damals vermutlich schon fünfzehn jahre zu alt und längst aus der zielgruppe gefallen.
er ist mir auch nie in einer film- oder fernsehproduktion aufgefallen, wofür er aber nichts kann, da ich dafür eventuell zunächst einmal etwas derartiges anschauen müsste.
von seinem ebenfalls wohl sehr erfolgreichen bühnenprogramm schließlich habe ich erst vorhin beim überfliegen seines wikipedia-eintrages erfahren. nunja.

tatsächlich gesehen hatte von ihm im vorfeld lediglich eine ausgabe der show 1:30, die vor ein paar monaten irgendwann zu nachtschlafender zeit wiederholt wurde und als hintergundrauschen lief, als ich einen abgabe-termin verpennt hatte und daher die nacht durcharbeiten musste.
die hat mich so sehr beeindruckt, daß ich mich leider überhaupt nicht mehr daran erinnern kann.

keine wirklich guten vorzeichen könnte man meinen.

doch was soll ich sagen, der mann ist wirklich unglaublich sympathisch. er ist schnell, er ist witzig, er ist freundlich, er ist clever – und er hatte offensichtlich einen heidenspaß bei der aufzeichnung der sendung.

ihm zur seite steht mit steven gätjen der – abgesehen von frau schöneberger natürlich – einzige mir bekannte deutsche fernsehmoderator, dem ich freiwillig länger als fünf minuten zuschauen möchte.
gätjen kann es einfach. er ist charmant, er ist souverän, er ist humorvoll und er weiß, wann er den teddy am kragen packen und auf den boden zurückholen muß.
gätjen ist nicht nur der beste, er ist vermutlich auch der einzige, der das zustande bringen könnte. abgesehen von frau schöneberger natürlich.

die show selbst ist schnell erzählt: schlag den star in sehenswert und nur halb so lang.
die spiele sind dabei zweitrangig, im grunde dienen sie lediglich als bühne, auf der sich teddy nur allzu gerne austobt.
glücklicherweise dauert eines dieser spiele dabei niemals so lange, daß es langweilig werden könnte – und wenn doch, dann ändert steven gätjen mal eben die regeln, damit es voran geht. der mann weiß ganz einfach, wie unterhaltung funktioniert.

fazit

teddy gönnt dir macht all das richtig und besser, was bei formaten wie schlag den star seit jahren falsch läuft – nicht zuletzt, weil steven gätjen in jeder situation nonchalant aber doch bestimmt die richtung vorgibt – eine fähigkeit, die so manch einem elton schmerzhaft abgeht.

teddy schaue ich einfach sehr gerne zu.

die spiele sind zwar überwiegend ziemlich banal, dabei aber immer gerade so kurz, daß sie nicht langweilen.

ganz wichtig: es gibt gott sei dank niemanden, der den quatsch aus dem off im stile einer sportübertragung kommentiert. ich hasse es, wenn frank buschmann und konsorten sowas machen.

will sagen:
wer wie ich unkomplizierte gameshows mag, elton jedoch sterbens-langweilig findet und von den herren heufer-umlauf und winterscheidt längst genug hat, sollte einen blick riskieren.