tl;dr episode 10: drei fragen an … manu

om zum gruße und herzlich willkommen zur mittler-weile schon zehnten ausgabe unserer fragestunde rund um den persönlichen musikalischen werdegang.

bevor es losgeht möchte ich mich zunächst mal für die viele aufmerksamkeit bedanken, die diesem format erstaunlicherweise zuteil wird … ich hätte nie gedacht, daß das tatsächlich so gut ankommen würde. smiley.

wie am ende von episode neun von suse vorgeschlagen, habe ich bei ihrer grossen schwester manuela angeklingelt, ob sie eventuell interesse hätte, sich mit mir für ein pläuschchen über musik, gott und die welt auf eine sahnetorte und milchkaffee zu verabreden – und sie fand die idee lustig.

doch ach, was soll ich sagen. es ist wieder allerhand coronöses ungemach am start. durch die halbe republik zu gondeln, um uns an eine sich biegende kaffeetafel zu setzen, schien uns im moment keine wirklich gute idee zu sein, wir sind ja schließlich nicht der deutsche fußballbund. also zurück zu zoom und konsorten … es gibt einfach dinge, da machste nix.

zunächst mal, wer bist du denn?

hallo, grüß dich, ich bin die manuela. vor vielen, vielen jahren war ich nicht nur der größte whitney houston fan der welt, ich wollte damals auch unbedingt sängerin werden – der wunsch war so stark, daß ich um ein haar in einer dieser unsäglichen casting-shows im fernsehen gelandet wäre.
glücklicherweise hatte ich damals freunde, die mich in die realität zurückgeholt haben, bevor ich etwas tun konnte, über das man sich heute noch bei youtube amüsieren würde.

bei mir verhielt es sich so, wie es letztens schon jemand an dieser stelle erzählt hat: für die band, die beim schützenfest ndw-cover-versionen spielt, hat es gereicht, für mehr aber auf gar keinen fall.
mein damaliger freund kannte jemanden, der einen kannte, der wiederum den bruder von andreas kannte. andreas wohnte in der nähe von mannheim und hatte im keller ein sehr gut ausgestattetes tonstudio, wo er hauptsächlich werbe-jingles fürs radio produzierte.
er war so um die fünfzig, langhaarig mit bierbauchansatz und ein wirklich netter kerl, der sich bereit erklärte, sich mal meine gesangskünste anzuhören – und mir anschließend in breitem mannemerisch reinen wein einschenkte:

„bass uff, manu. du bisch a wirklisch neddes määdsche. awwer singe, des konsch du ned. loss des bleiwä un geh weider schdudiern.“.
das wars. aber natürlich habe ich nie damit aufgehört, musik zu hören.

erstens: welches war dein er … du wolltest wirklich zu dieter bohlen? echt jetzt? ist das dein ernst?!? ich meine … achduliebescheiße!

naja … ich wollte ins fernsehen, ja [lacht]. die sendung hieß star search und wurde vom damals sehr schnuckeligen kai pflaume moderiert [was wurde eigentlich aus dem?] und in der jury saß u.a. hugo egon balder – den ich bis heute sehr mag. aber wie gesagt, es kam ja gott sei dank nie dazu …

puh, na dann. also. erstens: welches war dein erstes selbst gekauftes album? welches das letzte?

das erste richtige album war private dancer von tina turner. nicht als kopie auf kassette, sondern gekauft als richtige vinyl-langspielplatte – ich glaube, cds gab es damals noch gar nicht.
allein schon das cover war faszinierend. da sitzt diese wunderschöne frau mit dieser beeindruckenden stimme und kuckt leicht gelangweilt in die kamera. wow! und diese grossartigen songs! absolut zeitlose klassiker. nicht mehr und nicht weniger … sogar da
s help!-cover kann man sich heute noch anhören.

zweitens: hast du mal platten gekauft, die dir heute peinlich sind?

nein, peinlich nicht. ich war ab und zu eher enttäuscht, wenn mir von einem album am ende nur ein oder zwei songs gefallen haben. das war zum beispiel bei nena so. den song 99 luftballons finde ich heute noch toll, aber alles andere war einfach nur langweilig.

drittens: welche … tut mir leid, ich hänge immer noch bei hugo egon balder. wie um alles in der welt kommt man als kluge, hübsche frau anfang zwanzig auch nur auf die idee, eventuell das studium zu schmeißen, um als casting-tussi eine bestenfalls fragwürdige karriere zu machen?! warst du so eine rampensau? und bist du es noch?

ja [lacht]. nein, natürlich nicht … also nur ein bisschen. ich hab in der schule theater gespielt, war im schul- und kirchenchor und hab später in einer für kurze zeit regional bekannten band gesungen.
rückblickend würde ich sagen, daß ich eigentlich nie ins fernsehen wollte, aber eine große bühne hätte mich gereizt – und was gab es damals größeres als das fernsehen? zu der zeit hat man ja tatsächlich noch geglaubt, daß man bei bohlen zum superstar werden könnte. youtube und instagram waren noch jahre entfernt und es gab anders als heute auch noch keine brauchbaren smartphones, mit denen man mal schnell für lau ein video in brauchbarer qualität drehen kann. es war eben noch die zeit von viva, mtv und es startete gefühlt in jeder woche eine neue casting-show …
topmodel, bachelorette, dschungelkönigin oder daily-soap-star wollte ich aber nie werden [lacht].

sowas. also, die drei besten platten aller zeiten?

das sind viel mehr als drei. die frage ist doof [lacht].

viertens: welches berühmte album findest du schrecklich?

die frage ist auch seltsam. was ist denn ein berühmtes album? eins, das sich sehr gut verkauft hat? oder eher eins, das „man kennen muß“?
mir hat jedenfalls britpop nicht gefallen, so gut wie nichts davon. diese in den himmel gehypten hits von oasis, blur und wie sie alle hießen. bei den ersten akkorden von song2 oder wonderwall habe ich mich immer aufs klo geschlichen und einen geraucht … ups, streich das [lacht].

fünftens: vinyl, cd, mp3 oder streaming?

meine platten hab ich alle verschenkt, da ich in meiner studentenbude keinen platz hatte – und weil sie einfach extrem sperrig und schlicht unpraktisch waren. ich habe mir noch bis in die zweitausender kassetten aufgenommen, später bin ich dann auf usb-sticks und last.fm auf dem smartphone umgestiegen. heute habe ich ein spotify-abo und in fast jedem raum eine bluetooth-box stehen.  

wen sollten wir denn als nächstes fragen?

da wüsste ich jemanden …

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