urlaubszwischenruf #3: tl;dr episode 05 – drei fragen an … lukas

om zum gruße und herzlich willkommen zur fünften ausgabe unseres frage-und-antwort-spiels rund um den persönlichen musikalischen werdegang.

immer vorausgesetzt, er wurde nicht vergessen bzw. es ist überhaupt ein solcher vorhanden und auch noch mit mitarbeitern besetzt, gibt es kaum eine entspanntere möglichkeit fernzureisen, als es sich im speisewagen eines intercity-express der deutschen bahn gemütlich zu machen.

die sitzgelegenheiten sind auch noch nach stunden halbwegs bequem, es finden sich ausreichend funktionierende steckdosen für alle anwesenden und es werden kühle getränke zu anständigen preisen (pils dreizwanzig, weissbier vier euro) serviert.

ausserdem kann man dort während einer mehrstündigen fahrt ans meer bisweilen sehr interessante menschen kennenlernen.

zunächst mal, wer bist du denn?

servus, ich bin der lukas. aufgewachsen bin ich wohlbehütet als sohn des dorfschul-direktors in einem kleinen städtchen in den unendlichen weiten des bayerischen voralpenlandes.
nach der schule bin ich in die nähe von köln gezogen, da ich dort ein architektur-studium beginnen wollte. das hätte ich möglicherweise auch erfolgreich beendet, wenn ich nicht nur die vielen festivitäten in dieser tollen stadt, sondern auch mal die vorlesungen besucht hätte …
das ging aber leider nicht, da ich bereits nach nicht einmal einem halben jahr in der grossstadt bei zwei ambitionierten bands gitarre bzw. bass gespielt habe – und daher tagsüber dringend schlafen musste [lacht].

als mein vater schliesslich irgendwann einmal hartnäckig nachfragte, wie es denn wohl laufen würde mit dem studium – bei meinen ohnehin sehr seltenen anrufen daheim habe ich das thema nie angesprochen – habe ich meinen eltern gebeichtet, dass ich in der zwischenzeit eine ausbildung zum grosshandels-kaufmann in einer kleineren brauerei angefangen hatte. anders als das studium hat das erstaunlich gut funktioniert, denn bier ist einfach ein sehr faszinierendes produkt. nach einem kurzen schockmoment haben meine eltern das ganze schliesslich mit fassung getragen – vermutlich waren sie damals einfach froh, dass ich überhaupt einen richtigen beruf erlerne [lacht].

tja, und vom grossen traum, irgendwann von der musik leben zu können, haben wir uns auch relativ schnell wieder verabschiedet. wir waren zwar immer ganz gut – fürs schützenfest hats gereicht – doch wir mussten uns eingestehen, dass man fehlendes talent ab einem gewissen punkt nicht mehr durch fleiss und spielfreude wett machen kann. schad halt, gell.

mit der musik ganz aufgehört haben wir freilich nicht, dazu macht uns die sache immer noch viel zu viel spass. ein paar mal im jahr treten wir noch bei festen und feiern auf – je nachdem, wieviel unsere ehepartner genehmigen [lacht]. dem brauwesen bin ich natürlich treu geblieben – in jeglicher beziehung.

erstens: welches war dein erstes selbst gekauftes album? welches das letzte?

oje, keine ahnung, tut mir leid. ich bin mir ehrlich gesagt auch gar nicht sicher, ob ich als jugendlicher überhaupt je selbst eine platte gekauft habe, denn mein zwei jahre älterer bruder hat ständig musik angeschleppt.
kistenweise demotapes oder auch selbst aufgenommene mixtapes, die ihm der bekannte eines bekannten eines freundes usw. kopiert hat. darunter war neben so ziemlich allem aus dem bereich gitarrenrock auch ziemlich obskures zeug von skandinavischen grind-doom-grunz-black-metal-bands. diese art bands und alben, bei denen man auch mit grosser mühe den namen auf dem cover nicht entziffern kann.

das erste album, das ich so richtig richtig gut fand, war the razor‘s edge von ac/dc. das video zu thunderstruck hat mich damals wie heute schwer begeistert. etwas später war ich von der siamese dream von den inzwischen leider in vergessenheit geratenen smashing pumpkins lange zeit hin und weg.

zweitens: hast du mal platten gekauft, die dir heute peinlich sind?

wie gesagt, gekauft habe ich selbst nicht viel, daran hat sich kaum etwas geändert. mein bruder versorgt uns bis zum heutigen tage mit spotify-playlisten und usb-sticks voller zeug, das ich mir anhören soll. also nein.

drittens: welche sind deine persönlichen drei besten platten aller zeiten?

das kann ich auch nicht sagen, denn welchen kriterien willst du denn da zu grunde legen? ist die gothic von paradise lost besser ist als die purple rain von prince? oder die doolittle von den pixies? oder die pretty hate machine von den nine inch nails? oder die erste von den doors? oder die reign in blood von slayer? oder die black star von david bowie? oder die blood pressures von the kills? oder eben die razor’s edge von ac/dc? und so weiter und so fort, das könnte ich noch ewig so weiter spinnen.

viertens: welches berühmte album findest du schrecklich?

ich kann überhaupt nichts mit dieser grotesk überladenen pathos-rockmusik der siebziger anfangen, fast alles davon ist einfach nur schrecklich übertrieben und von allem zu viel. ein paradebeispiel dafür ist diese unerträglich schwülstige bat out of hell von meatloaf. vielleicht hätten diese musiker und bands sich und ihr zeug einfach mal bisschen weniger wichtig nehmen sollen – und selbst dann wäre es vermutlich noch un-er-träg-lich.

fünftens: vinyl, cd, mp3 oder streaming?

ich bin wie gesagt mit selbstgemachten tapes, cds und später sehr viel mtv/viva gross geworden – und anders als die seltsamen überreste der grossen musiksender finde ich ein selbst gemachtes mixtape auch heute noch charmant. aber bitte nur noch usb, wir haben weder einen cd-player noch ein tapedeck.
da wir mit normalem radioprogramm nichts anfangen können, laufen bei uns im hintergrund praktisch den ganzen tag unterschiedliche spotify-listen.

wen sollten wir denn als nächstes fragen?

frag mal den kollegen albert, ob er lust hat, der spielt richtig gut klavier und musik ist sein grosses hobby. ich glaube, der war damals der einzige von uns, der das zeug zum profi-musiker gehabt hätte.

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