tl;dr episode 03: drei fragen an … bolin

herzlich willkommen zur dritten episode unseres kleinen musik-frage-und-antwort-spielchens.
heute erfahren wir vom grössten mir bekannten grateful dead fan aller zeiten (und vermutlich noch länger), welche melodeien ihn umtreiben und warum andere nicht so wirklich.

zunächst mal, wer bist du denn?

die zweijährige tochter einer ehemaligen kollegin sprach meinen namen immer als ‚bolin‘ aus, seit jener zeit trage ich diesen namen mit stolz und er ziert meine diversen mailadressen und meinen twitteraccount. ich bin bekennender heilbronner und bin immer bereit, eine lanze für diese im krieg schwer gebeutelte stadt zu brechen.

schwere fruchtige burgunder und undurchsichtige hefelastige weißbiere sind meine leidenschaft. schon früh habe ich mit einem rönnoh r4 und einem amerikanischem vw-käfer die umgebungsländer erkundet, schliesslich wurde reisen zu meiner passion. mit dem rucksack habe ich dann süd-ost-asien durchstromert, hauptsächlich die unzähligen inseln des indonesischen archipels. diese liebe für asien spülte mich wenige wochen nach dem tsunami (dann nochmals 12 monate später) als helfer für einen monat in ein provisorisches hospital an der tamilischen ostküste sri lankas.

dort hieß ich auch nur ‚the bolin‘ und der dolmetscher schrieb ‚bolin’s room‘ an die tür der – naja, ich sag mal ‚apotheke‘ – eher der rumpel-kammer. mit stolz kann ich sagen, dass an der touristisch nicht erschlossenen tamilischen ostküste sri lankas menschen leben, die ‚muggeseggele‘, ‚du regsch me uff!‘ und ‚mach me ned heggewelsch‘ akzentfrei und mit dem nötigen ernst aussprechen können 🙂

erstens: welches war dein erstes selbst gekauftes album? welches das letzte?

als lehrling im ersten lehrjahr (in selbigem sprach armstrong seine berühmten worte und in white lake, bethel, ny fand ein großes musikfestival statt) gab es 40dm im monat. die erste platte ‚that’s underground‘ kostete bei elektro weber in heilbronn 19dm. das zweite war das doppelalbum ‚chicago transit authority‘ für das mein gesamter monatslohn draufging. ohne mutters heimliche zustecke lief damals garnix.
das letzte album war jetzt ein download von igor levits interpretationen von werken beethovens. ich hoffe, sein konzert in der elbphilharmonie hamburg im november kann stattfinden. 🙂

zweitens: hast du mal platten gekauft, die dir heute peinlich sind?

ich komme ja vom jazz, da bietet heilbronn mit seinem jazzclub cave’61 eine bombenadresse. eines meiner allerersten konzerte, das ich mir damals leisten konnte, war klaus doldingers passport in der heilbronner harmonie (warum steht dieses venue eigentlich noch? konzerte dort sind … *schüttelt sich*).
da trommelte ein schmächtiges bürschlein hinter der batterie, von dem kaufte ich mir damals sein erstes deutschsprachiges album ‚daumen im wind‘.
war halt eine schwierige zeit damals. udo lindenberg hieß das schmächtige bürschlein. aus einer rotweininduzierten melancholie heraus war auch mal eine cd von eros ramazzotti dabei. das waren aber die einzigen ausreisser.

drittens: welche sind deine persönlichen drei besten platten aller zeiten?

ganz klar die oldtimer: live/dead von grateful dead, beggar’s banquet von den stones und surrealistic pillow von jefferson airplane.

viertens: welches berühmte album findest du schrecklich?

ouh – das sind einige. ich kann mit queen (leider laufen da dauerschleifen in jedem radio) und den immer wieder aufgekochten versionen von brian may, mit phil collins, den späten genesis und michael jackson überhaupt nix anfangen. das wird in meiner schublade unter ‚g‘ wie ‚gewinsel‘ abgelegt. auch mit all den kurt cobains dieser welt. wenns dann doch ein album sein soll: a night at the opera wegen bohemian rhapsody.

fünftens: vinyl, cd, mp3 oder streaming?

vinyl liegt bei mir schon lange zurück. ca 450 alben (lp, do-lp, boxen) umfasste der fundus. das sind dann doch einige meter in der regalwand. sehr viel war auch auf den bändern meiner tonbandmaschine archiviert.

cd war anfangs ein großes aha-erlebnis. als junger mensch mit schmalem geldbeutel passten die qualitäten der musik auf platte und die qualitäten
von plattenspieler, verstärker und lautsprecherboxen seltenst zusammen. auch ist der zerebrale einbrenneffekt, den ein knacken auf einem bestimmten song auslöst, nicht zu unterschätzen. auch heute noch erwarte ich bei bestimmten titeln an bestimmten stellen das knacken, das noch im hirn abgespeichert ist.
das war so z.b. auf der lp nomzamo von iq der fall. dieses album war deshalb damals meine erste cd. diesen bestimmten song – bzw das gesamte album – knack- und rauschfrei über die beyerdynamic dt 100 (in weiß! damals gekauft bei flachsmann im industriegebiet heilbronn) zu hören, war schon der hammer!

im auto liegen 2 usb-sticks mit meiner car-walking-mp3-mussich. einer gefüllt nur mit klassik (die italienische und die schottische von mendelssohn-bartholdy,
einige sachen mit nigel kennedy – vorfreude konzert hamburg!, blockflöten-werke telemann, levits beethoven u.a).

corona hat mir das streamen zum großen genuß gemacht. viele solokünstler, bands, venues und festivals bieten zur zeit kostenfreie coronastreams an – hauskonzerte, frühere konzerte, frühere festivals. viele meiner events werden – erwartet wird lediglich eine kleine spende an hilfsorganisationen – aus usa gestreamt, dort in der regel ab 19-20 uhr ortszeit. das bedeutet, sie starten bei uns erst gegen 1-2 uhr (ostküstenzeit) bis hin zu 4-5 uhr (pazifikzeit) morgens.
da ich auch auf arbeit in der fabbrigg schon gerne der nachtarbeiter war, läuft das bei mir unter gut abhakbar. 🙂

wen sollten wir denn als nächstes fragen?

auf jeden fall den VanMan 🙂

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