zwischengedanken: europawahl nachlese

nichts ist älter als das wahlergebnis vom letzen sonntag könnte man meinen – weit gefehlt. nach und nach zeigt sich, dass in den letzten jahren offenbar dinge in bewegung gekommen sind, von denen man zwar immer mal wieder gelesen hat, die aber niemand von den „politik-profis“ ernsthaft auf dem zettel hatte.

ein paar unsortierte gedanken

ich fasse die ergebnisse der europawahl mal eben so zusammen, wie sie sich mir darstellen:

– die ehemaligen volksparteien cdu und spd stürzen ab.
– fdp und linke sind bedeutungslos.
– afd gewinnt weitaus weniger als erwartet, ist aber stark im osten.
– bei den wählern unter 60 jahren sind die grünen stärkste partei.
– bei den erstwählern liegt die partei mit gleichauf mit der spd.
– rezo ist schuld. ja! nein! doch! orrr!
– was zur hölle ist youtube?

– die „jugend von heute“ ist nicht einmal ansatzweise so unpolitisch oder politikverdrossen, wie das – zumindest in meiner wahrnehmung – von parteien und medien immer dann kolportiert wurde, wenn den üblichen verdächtigen kaum aufmerksamkeit zuteil wurde – im gegenteil. die „jugend von heute“ interessiert sich nicht nur viel mehr für ihre zukunft, als das von den etablierten erwartet worden ist, sie akzeptiert auch kein halbgares „weiter so“.

– durch diese seltsamen talkshows nach maischberger-will-plasberg-art wird ein zerrbild der realität erzeugt. interessant sind solche veranstaltungen im grunde nur noch für diejenigen, die daran teilnehmen. selbiges gilt im übrigen auch für ehemalige schwergewichte im print-bereich, oder glaubt irgendjemand ernsthaft, dass sich ein sechzehnjähriger freiwillig eine „bild-zeitung“ oder „faz“ kauft?

– für die selbsternannten „grossen volksparteien“ dürfte noch weitaus schwerer wiegen, dass diese „jugend von heute“ nun mehr und mehr alt genug ist, um an wahlen teilzunehmen. ja schlimmer noch, die „generation greta“ wählt sogar erst beim nächsten mal – und mehrheitlich sicherlich nicht cdu oder spd.

– insbesondere eben diese cdu und spd scheint das ergebnis völlig unvorbereitet getroffen zu haben. es wird gerade sehr schmerzhaft deutlich, dass frau trump-kutschenknödel und frau nahles samt ihrer vielen, vielen mitarbeiter nicht den hauch einer ahnung haben, wie es so weit kommen konnte – und schon gar nicht,  was sie nun tun sollen.

– es kommt nun, wie es kommen musste:
sie labern dummes zeug: #01, #02, #03, #04, #05, #06

– ich für meinen teil bin angenehm überrascht, dass in die zuletzt erdrückend verkrustete politik-landschaft endlich wieder bewegung kommt und dass sich nun niemand mehr davor drücken kann, sich weiterzuentwickeln. ein „weiter so“ wird es (hoffentlich) nicht mehr geben.

– was passiert, wenn man nicht aus dem quark kommt, kann sich frau trump-topfenknödel bei der spd anschauen: die stirbt langsam aber sicher vor sich hin – und schuld sind immer die anderen.

pe.es
die hashtags #niemehrcdu, #niemehrcsu und #niemehrspd gab es spätestens seit der diskussion um artikel 13. spätestens.
die hat der böse rezo gar nicht erfunden, liebe cdu.