bastelstunde: daten-server, teil 1

die älteren werden sich erinnern, im sommer 2016 habe ich auf dem inzwischen von uns gegangenen muzique olé! blog schon einmal eine ausführliche bastelanleitung für eine heimische daten-halde veröffentlicht. da diese aber mitsamt dem blog längst den weg alles irdischen gegangen ist und – wie man mir glaubhaft versicherte – trotz youtube und konsorten tatsächlich noch bedarf für so etwas besteht, wird es wirklich höchste zeit  für ein update.

viel spass.

teil eins: vorgeschichte, komponenten, etc. 

unser kleiner mini-server, auf dem neben zigtausenden fotos auch eine exponentiell wachsende musik-sammlung und ein wild wucherndes sammelsurium aus backups, isos und anderem zeug (das man vermutlich nie wieder anschaut) herumlungert, platzt aus allen nähten.

die datenübertragung dieses zunehmend überforderten systems auf basis einer uralten amd athlon ii cpu mit mageren 2gb arbeitsspeicher und drei noch älteren western digital festplatten ist in den letzten monaten immer zäher geworden.

dazu kommt, dass das ding erstens selbst im stand-by-betrieb, also wenn es gerade mal nichts zu tun hat – und genau das hat es ja meistens 😉 – für heutige verhältnisse höllisch viel strom verheizt, und zweitens auch eine gefühlte ewigkeit zum aufwachen aus dem stand-by-betrieb braucht. davon, dass das ding in sachen lautstärke durchaus mit einem handels-üblichen fön konkurrieren kann, fange ich jetzt gar nicht erst an.

will sagen: ein neuer, sparsamer, schnellerer, leiser und vor allem einfach erweiterbarer massenspeicher fürs heimnetz muss her.

server oder nas?

keine einfache frage – obwohl …
einerseits sind nas-systeme (beispielsweise dieser klassiker von synology) bereits nach wenigen minuten betriebsbereit fix und fertig konfiguriert im netzwerk, wo sie ohne grossen aufwand problemlos mit pcs, smart-tvs, spielkonsolen, mobiltelefonen und tablets zusammenarbeiten. üblicherweise bleiben sie dabei so leise, so dass man sie durchaus auch hinter dem fernsehgerät verstecken könnte.
andererseits kosten brauchbare nas-systeme bereits ohne die passenden massenspeicher schon deutlich mehr als ein selbst gebauter daten-server und verbrauchen gerade im leerlauf teils sehr viel mehr strom. angesichts eines kilowatt-stunden-preises von derzeit rund 25 bis 30 cent ist dieser punkt alles andere als vernachlässigbar.

also ein server.

nicht zuletzt wegen des erheblich geringeren preises und da sich ein selbst zusammengeklöppeltes gerät problemlos um neue laufwerke erweitern lässt, habe ich mich also für die folgenden sehr preiswerten komponenten entschieden.

dabei bitte beachten:
die rechenleistung dieses systems wäre für einen desktop-pc bestenfalls gerade so ausreichend. für einen reinen daten-verteiler dagegen, der in erster linie günstig in anschaffung und betrieb sein soll, reicht das aber alle mal – zumal es sich anbietet, die rechenleistung des prozessors und damit dessen stromverbrauch im uefi/bios noch zu reduzieren.

und natürlich:
alle preisangaben sind ohne gewähr, es handelt sich dabei ausnahmslos um unverbindliche richtwerte, die sich täglich ändern können.

die hardware.

der prozessor: amd athlon 200ge boxed mit amd radeon vega 3 grafik
der kleinste vertreter der aktuellen amd-generation überzeugt nicht nur mit einer bescheidenen verlustleistung von gerade mal 35 watt, anders als bei intel sind die amd-boxed kühler momentan von sehr guter qualität und auch unter voll-last praktisch nicht zu hören. die integrierte vega-grafik ist für unsere zwecke weit mehr als ausreichend.
(derzeit inklusive cpu-kühler ca. 50,- euro)

das mainboard: msi a320m pro-m2 v2
dieses modell auf basis von amds a320 chipsatz bringt neben den üblichen sata- und usb3.1-anschlüssen praktischerweise auch schon einen m.2 steckplatz mit.
(derzeit ca. 60,- euro)

der arbeitsspeicher: 8gb ddr4-2666 corsair vengeance lpx
genügend speicher auch für windows 10 – so man das denn wirklich benutzen wollen würde.
(derzeit ca. 45,- euro)

das system-laufwerk: 120gb wd green m.2
mit einer geschwindigkeit von 68.000 iops bzw. 540mb/s ist das kärtchen mehr als schnell genug für unsere zwecke. die geringe leistungsaufnahme von 2.2 watt im betrieb und 0.025 watt im leerlauf überzeugt.
(derzeit ca. 25,- euro)

das gehäuse: lc-power 7035bB midi tower
sehr kompakt, dabei aber so aufgebaut, dass man überall gut hinkommt, ohne sich die finger aufzuschneiden. wer möchte kann einen 140mm lüfter einbauen, was in unserem falle aber nicht notwendig ist.
(derzeit ca. 25,- euro)

das netzteil: 300 watt be quiet! system power b9 80+ bronze
ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass es in dieser preisklasse ein netzteil mit 80 plus bronze-zertifizierung geben würde. das gute stück ist nicht nur sehr laufruhig, es verbraucht im stand-by-betrieb nur 0,15 watt.
(derzeit ca. 35,- euro)

zu den eigentlich massenspeichern, auf denen dann später die daten liegen werden, komme ich später. abgesehen davon wäre alle komponenten, die wir brauchen, für derzeit ca. 240,- euro eingekauft.

to be continued …

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