zwischengedanken: ergebniskosmetik

der seehofer-söder-kasperlverein hat gestern trotz allem noch 37 prozent der wählerstimmen bekommen – und das, obwohl die wahlbeteiligung mit rund 72 prozent gar nicht mal so übel war.

bedeutet das nun, dass es einem guten viertel (72 prozent von 37,2 prozent) der wahlberechtigten personen in bayern ganz einfach egal ist, von wem sie regiert werden? oder dass rund ein viertel der wahlberechtigten bayern es gut finden, was söder und seehofer die letzten fünf jahre getrieben haben? so oder so, ernüchternd irgendwie. ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass einer der beiden freiwillig eigene fehler eingestehen, geschweige denn zurücktreten wird.

angesichts des desaströsen wahlausgangs könnte es in den kommenden tagen bei den verbliebenen überresten der ehemaligen sozialdemokratie ebenfalls ziemlich interessant werden. erschreckend fand ich gestern abend den auftritt von nahles, die trotzig und sichtlich hilflos ihre substanzlosen worthülsen in die kameras fabuliert hat.

freuen wir uns also nun auf die genaue analyse des wahlergebnisses.

seit nunmehr vielen jahren ist diese genaue analyse des wahlergebnisses das, was die verantwortlichen in der spd immer dann ankündigen, wenn sie sogar noch weniger stimmen bekommen haben, als beim sowieso schon beschissenen letzten mal. die verkrampfte stellungnahme von nahles erinnert mich da einmal mehr an den längst aussichtslosen versuch, das marode schiff mit nichts als einer rolle gaffa über wasser halten zu wollen.

jetzt also, ja jetzt wird so richtig analysiert. ich bin gespannt, wie lange nahles dieses lächerliche weiter so, mit dem sich die ehemaligen sozialdemokraten von einem schlechten ergebnis zum nächsten schleppen, noch aufrecht erhalten kann.

würde mich jemand fragen, ich würde tippen, spätestens nach der hessen-wahl ist nahles weg – und nach der nächsten bundestagswahl die seit jahren inhaltlich vor sich hinmodernde zehn-prozent-volkspartei spd.