zwischengedanken: wm-fazit und fernsehen in der spielfreien zeit

zunächst mal kann als wm-fazit dieses festgehalten werden: wer sehenswerte fussballspiele mag sollte dringend die vorrunde vermeiden.

das war bei der letzten euro schon so, das war bei dieser wm nicht anders. leider wird das auch bei den kommenden „grossen“ turnieren nicht besser werden, da fifa/uefa nun ausgerechent diesen langweiligen turnierteil mit noch mehr bestenfalls mittelguten teilnehmern ins komplett uninteressante strecken, um so noch mehr geld aus den veranstaltungen pressen zu können. nunja.

merke: wer schöne, temporeiche, taktisch herausragende fussballspiele von überdurchschnittlich guten mannschaften mit jeder menge einzelkönnern sehen möchte, dem sei die k.o.-runde der champions league ans herz gelegt. da macht man in der regel nichts falsch.

in den letzten paar spielfreien tagen wurde mir schnell wieder fast schon schmerzhaft bewusst, wie beschissen das frei empfangbare fernseh-programm ist. egal ob ardzdfrtlsat1pro7voxundsoweiterundsofort, da war wirklich rein gar nichts dabei, das ich sehen wollte.

merke (2): ohne netflix, amazon prime, sky, google play oder ähnliches ist ein fernsehgerät nicht viel mehr als ein grosser, hässlicher staubfänger. es sei denn natürlich, man schaut sich gerne solche dinge wie das alljährliche schau-rollen der pharma-industrie an, oder kann auf eine umfangreiche dvd/brd-sammlung zurückgreifen – aber wer möchte sich heutzutage noch das wohnzimmer mit silberscheiben in hässlichen plastikverpackungen zumüllen, nicht wahr.

wie an anderer stelle schon erwähnt ist comedians in cars getting coffee nicht nur eines der besten fernseh-formate, die ich in letzten jahren gesehen habe, die serie steht auch ein bisschen stellvertretend für den niedergang des linearen fernsehens. allein schon aufgrund ihrer länge von nur rund 20 minuten pro episode und dem schnitt ist sie wie geschaffen für werbung, sie läuft aber komplett ohne selbige und ausschliesslich auf netflix. jerry seinfeld wird dabei nicht müde zu betonen, wie furchtbar er klassisches fernsehen seit ende der neunziger findet.

auch ich, der ich viele der auftretenden (in den staaten wohl sehr berühmten) „pominenten“ bestenfalls dem namen nach kenne, habe quasi schon in folge eins bemerkt, wie unglaublich unterhaltsam diese menschen sind, die da auftreten – bzw. wie hoffnungslos unlustig im vergleich die überwältigende mehrheit dieser figuren ist, die sich hierzulande allen ernstes selbst als comedian bezeichnet.

es ist noch gar nicht so lange her, da hat michael kessler versucht, das format (für zdf neo?) zu importieren. und siehe da: das konzept ist toll und kessler macht das wirklich nicht übel – wären da nur nicht die gäste. die sind abgesehen von bastian pastewka in folge 1 leider sehr langweilig und komplett egal.
genau wie die autos übrigens. verglichen mit einem ferrari 288 gto oder delorean dmc-12 sieht ein alter ein ford taunus eher blass aus.

heute abend ist wieder fussball. puuuh.